aktuell, 01.08.2026
Wenn das Extrem zur neuen Gewohnheit wird.
Ein Blick auf die aktuellen Juli-Messdaten unserer Wetterstation in Bonn zeigt eine massive Abweichung vom langjährigen Klimamittel.
Mit durchschnittlichen Tageshöchstwerten von 28,63 °C und Spitzen von bis zu 38,10 °C bewegt sich dieser Monat auf einem außergewöhnlich hohen Niveau.
Selbst das berechnete Tagesmittel von 21,62 °C unterstreicht, wie extrem warm die Bilanz ausfällt – zumal die Tiefsttemperaturen in den Nächten im Schnitt kaum noch unter 15,25 °C sinken.
Spannend ist dabei vor allem der Blick zurück: Vor 100 bis 200 Jahren lag das durchschnittliche Julimittel im Rheinland bei lediglich 16,5 °C bis 17,0 °C. Ein Gesamtmonat mit Werten über 19 °C galt damals als historische Ausnahme.
Im Zuge der globalen Erwärmung hat sich das Temperaturniveau in der Region jedoch um gut 1,5 °C bis 2,0 °C nach oben verschoben.
Das Erstaunliche an diesem Sommer ist allerdings nicht nur die Statistik, sondern unsere eigene Wahrnehmung: Wir haben uns im Alltag fast schon an diese anhaltend große Wärme gewöhnt.
Tagelange Temperaturen weit über der 30-Grad-Marke und tropisch warme Nächte wirken kaum noch wie ein Ausnahmezustand, sondern fühlen sich im Sommerverlauf beinahe schon wie die neue Normalität an – obwohl die Daten eindeutig belegen, auf welch extrem hohem Niveau wir uns bewegen.
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