Partikel-Paradoxon beim Moorbrand

aktuell, 18.08.2026

Obwohl der Brand im Hohen Venn rund 80 Kilometer entfernt ist, verzeichnet unsere Messstation in Bonn eine bis zu achtfach höhere Feinstaubbelastung als der nahe gelegene Weiße Stein. Meteorologische Effekte und die Thermik der Rauchfahne liefern die Erklärung für dieses Phänomen.

Obwohl der Weiße Stein deutlich näher am Brandherd im Hohen Venn liegt als Bonn, fallen die gemessenen Partikelwerte dort um ein Vielfaches niedriger aus.

So liegt die Belastung durch ultrafine Partikel der Größe 0,3 µm in Bonn bei über 100.000 Partikeln, während am Weißen Stein lediglich rund 12.750 gemessen werden. Auch bei den Feinstaubfraktionen von 0,5 µm bis 2,5 µm zeigt sich in Bonn eine etwa fünf- bis achtfach höhere Konzentration.

Feinstaubmessung im direkten Vergleich - links die Daten aus Bonn, rechts vom Weißen Stein.

 

Diese auf den ersten Blick paradoxe Differenz lässt sich vor allem durch die Dynamik der Rauchfahnenausbreitung und die Meteorologie erklären.

Brandrauch steigt durch die enorme Thermik des Feuers zunächst weit in die Höhe und zieht nah am Ausbruchsort oft über die bodennahen Messstationen hinweg. Erst im weiteren Verlauf kühlt die Rauchfahne ab, mischt sich in Richtung Boden herunter oder wird durch feuchte Luftmassen und Niederschlag großflächig ausgewaschen.

Zudem breiten sich Rauchfahnen als gerichtete Strömungen aus. Verläuft der Hauptwindvektor in Richtung Rheintal, trifft die Schadstoffwolke voll auf Bonn, während der Weiße Stein seitlich der Hauptachse liegt. Auch die Topografie spielt eine entscheidende Rolle: Der Weiße Stein befindet sich auf knapp 690 Metern Höhe, während Bonn in der Kölner Bucht liegt.

Bei einer Inversionswetterlage sammeln sich die schweren Asche- und Feinpartikel bevorzugt im Tiefland unter der wärmeren Luftschicht, während die Höhenlagen der Eifel bereits aus der dichtesten Rauchschicht herausragen.

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